Hermann Stehr - Leonore Griebel

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Den Anfang macht
Hermann Stehr - Leonore Griebel

Hermann Stehr verkörpert mit seinem beachtenswerten Frühwerk (1898-1905) eine besondere Spielart des Impressionismus, die den »Naturalismus des Innenlebens« stofflich mit Themen der Heimatkunstbewegung verknüpft. Dies bleibt auch Grundlage der Werke seiner neuromantischen (ab 1909) und »völkischen« (ab 1926) Phase, die nichts mit der »Blut-und-Boden«-Literatur zu tun haben, weshalb der Autor auch vom dogmatischen Nationalsozialismus abgelehnt wird, während der offizielle NS-Staat ihn gleichzeitig als repräsentativen Dichter feiert.

Mit seinem ersten Roman "Leonore Griebel" ist Stehr zweifellos am weitesten in die Moderne vorgestoßen; Alfred Kerr nannte ihn in seiner "Totentanz"-Rezension (1912) "ein dunkles Werk schlesischer Meisterschaft". Hier ist mit äußerster Konsequenz Stehrs mystischer Kosmos derart belebt, dass Dalis malerischer Surrealismus auf literarischer Ebene vorweggenommen scheint. Auch im Stoff trifft das Werk präzis die müde Dekadenz-Thematik der Fin-de-siècle-Zeit, wenn Leonore, letzter Sproß verarmten Adels, wie eine Pflanze vergeht. Die Hauptperson des Romans ist fast weniger Leonore als das Griebelsche Haus, das wie eine Person lebt und handelt und die Menschen beeinflusst und verändert. (nach Lobe, Stefan: Wirkungsgeschichte Hermann Stehrs und seines Werkes. 1976)
(brucewelch)

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